Mein Erfahrungsbericht

über eine aufregende Zeit

Heute stand die Fortführung der Therapie an, zunächst mit einer ambulanten Gabe von Rituximab (Antikörpern) und ab morgen dann stationäre Aufnahme zur Chemo. Um 8:30 Uhr habe ich mich dazu in der Klinik eingefunden...

Da die Prinzessin letzte Woche nach dem Wechsel der Portnadel schon mega rumgezickt hat, befürchtete ich bereits das schlimmste. Und heute hat es sich mal wieder bestätigt: schlimmer geht immer. Nachdem die Schwestern in der Ambulanz schon ihr bestes gegeben haben und drei mal versucht haben, eure Hoheit zum Laufen zu bekommen, war schließlich die Ärztin dran. Tja, was soll ich sagen... Die Prinzessin gibt nichts her und nimmt aber auch nichts freiwillig, nur wenn man mit großem Druck arbeitet. Also wurde vorsichtshalber mal eine Portdarstellung über Röntgen mit Kontrastmittel angesetzt.

Heute gibt es mal wieder ein Update. Ich habe es tatsächlich geschafft, am 23.12. um 18:30 Uhr entlassen zu werden!!

Nachdem ich trotz Antibiotika noch mal gefiebert habe, wurde ein weiteres Antibiotika angesetzt, was das Fieber in den Griff bekommen hat.

Am 21.12. hatte ich dann nochmal ein MRT des Brustgewebes, um zu schauen was der Tumor so macht. Das Ergebnis ist wie erwartet, stark zurückgegangen, aber leider noch nicht ganz verschwunden. Dann sollte ich am 22.12. - am Tag vor der Entlassung - noch zu einer Gewebeentnahme in die Gynäkologie, habe den ganzen Tag gewartet und um 17 Uhr hieß es dann, dass ich an dem Tag leider nicht mehr dran komme. Na toll. Neuer Termin wäre am 23.12. um 12 Uhr. Menno, da wollte ich schon längst Zuhause sein.

Leider haben sich die Dinge sehr negativ entwickelt. Meine Mundschleimhaut hat sich ziemlich entzündet und das ist echt schmerzhaft. Seit vorgestern bekomme ich als Schmerzmittel Palladon, zunächst als Bauchspritzen und seit gestern als Schmerz-Pumpe mit kontinuierlicher Gabe, vor dem Essen bekomme ich immer noch eine Extraportion zusätzlich und ich esse zu jeder Mahlzeit eine Suppe. Außerdem habe ich noch eine Mundspülung mit Morphin, das ist total angenehm. Ich wurde extra darauf hingewiesen, dass ich das bloß nicht runterschlucken darf... hmm, also ich wäre niemals von selbst darauf gekommen, aber jetzt... hehe, neee Spaß!

Hi, ich bin Barbara, Jahrgang '89 und hatte im April 2014 im Alter von 24 Jahren die Diagnose Leukämie (ALL).

Nach einer langwierigen Chemotherapie über 2 1/2 Jahre bekam ich im September 2016 die Rückfall-Diagnose. Eigentlich hatte ich gedacht, ich wäre den Krebs los. Aber jetzt hat er sich wieder in meinen Blut breit gemacht. Ihm hats wohl besonders gut bei mir gefallen, was ich ja schon irgendwie verstehen kann... Aber ich hätte ihn echt nicht nochmal gebraucht.

Zunächst wurde ich mit einem neuen Antikörper-Wirkstoff (Blinatumomab) behandelt, der erst seit kurzem in Deutschland zugelassen ist. Deshalb findet man noch nicht so viele Erfahrungsberichte von anderen Patienten, was mich auf die Idee gebracht hat, diesen Blog zu gründen.

Leider hat sich unter der Blina-Therapie ein Tumor im Brustgewebe gebildet, es handelte sich dabei um ein Infiltrat der Leukämie (ja, auch Leukämie kann streuen!). Als nach 1 1/2 Blöcken Blinatumomab kein Rückgang des Tumors festgestellt wurde, mussten härtere Geschütze aufgefahren werden und
es folgten zwei weitere Zyklen Chemo. Der Tumor hat sich wieder aus dem Staub gemacht und so konnte ich krebsfrei in die Stammzelltransplantation gehen.

Im Februar 2017 habe ich von meinem Bruder eine Stammzellspende erhalten und kämpfe mich jetzt zurück ins Leben!

Mit meinem Blog möchte ich euch an meinem Roulette mit dem Krebs teilhaben lassen! Ich habe auch eine Facebook-Seite, wo ich immer mal wieder ein Lebenszeichen abgebe, die kann man auch öffnen wenn man nicht bei Facebook registriert ist. Dazu einfach unten das blaue F-Symbol anklicken.