Mein Erfahrungsbericht

über eine aufregende Zeit

Die Normalität erhält Einzug! Mein Sandimmun (immunsupprimierendes Medikament, das in den letzten Monaten die Spenderzellen in Schach gehalten hat) wurde abgesetzt. Jetzt darf ich langsam wieder alles essen und es fühlt sich wieder nach einem “normalen“ Leben an.

Schon mehr als vier Monate sind seit der Transplantation vergangen. Mir kommt es vor, als wäre es schon eine Ewigkeit her. Ich komme langsam wieder in einem "normalen" Leben an, ein richtiger Alltag fehlt mir zwar noch, aber ich habe meine Selbstständigkeit zurückgewonnen. Dank der kontinuierlichen Physiotherapie, bin ich wieder fit geworden. Jetzt sind auch wieder kleine Ausflüge möglich, die ich vorher körperlich einfach nicht geschafft habe.

Hundert Tage lang hab ich dem gestrigen Tag entgegen gefiebert und dann war er doch ziemlich normal. In den ersten 100 Tagen ist das Risiko für das Auftreten einer akuten GVHD (graft-versus-host disease, zu Deutsch: Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion) erhöht aber in meinem Fall gab es keine eindeutigen Anzeichen dafür.

Anfang der Woche hatte ich wieder eine Knochenmarkpunktion und am Mittwoch Nachmittag rief mein Arzt an: "Hallo Frau Meyer, es geht um Ihre Knochenmarkpunktion..." - ich kann euch sagen, da ist mir erstmal das Herz in die Hose gerutscht, normalerweise wurde ich NIE NIE NIE wegen Ergebnissen der Knochenmarkpunktion angerufen.

Hi, ich bin Barbara, Jahrgang '89 und hatte im April 2014 im Alter von 24 Jahren die Diagnose Leukämie (ALL).

Nach einer langwierigen Chemotherapie über 2 1/2 Jahre bekam ich im September 2016 die Rückfall-Diagnose. Eigentlich hatte ich gedacht, ich wäre den Krebs los. Aber jetzt hat er sich wieder in meinen Blut breit gemacht. Ihm hats wohl besonders gut bei mir gefallen, was ich ja schon irgendwie verstehen kann... Aber ich hätte ihn echt nicht nochmal gebraucht.

Zunächst wurde ich mit einem neuen Antikörper-Wirkstoff (Blinatumomab) behandelt, der erst seit kurzem in Deutschland zugelassen ist. Deshalb findet man noch nicht so viele Erfahrungsberichte von anderen Patienten, was mich auf die Idee gebracht hat, diesen Blog zu gründen.

Leider hat sich unter der Blina-Therapie ein Tumor im Brustgewebe gebildet, es handelte sich dabei um ein Infiltrat der Leukämie (ja, auch Leukämie kann streuen!). Als nach 1 1/2 Blöcken Blinatumomab kein Rückgang des Tumors festgestellt wurde, mussten härtere Geschütze aufgefahren werden und
es folgten zwei weitere Zyklen Chemo. Der Tumor hat sich wieder aus dem Staub gemacht und so konnte ich krebsfrei in die Stammzelltransplantation gehen.

Im Februar 2017 habe ich von meinem Bruder eine Stammzellspende erhalten und kämpfe mich jetzt zurück ins Leben!

Mit meinem Blog möchte ich euch an meinem Roulette mit dem Krebs teilhaben lassen! Ich habe auch eine Facebook-Seite, wo ich immer mal wieder ein Lebenszeichen abgebe, die kann man auch öffnen wenn man nicht bei Facebook registriert ist. Dazu einfach unten das blaue F-Symbol anklicken.