Mein Erfahrungsbericht

über eine aufregende Zeit

Mach's gut, Prinzessin

Unglaublicherweise habe ich es gestern tatsächlich nach Hause geschafft. Die Blutwerte waren passabel und die wichtigsten Untersuchungen abgeschlossen...

Heute habe ich erstmal so lange geschlafen, wie ich konnte - nicht besonders lang, aber man muss sich ja auch erstmal an die neu gewonnene Freiheit gewöhnen. Ansonsten habe ich einen fast arztfreien Tag genossen (bis auf den Besuch beim Hausarzt um Überweisungen für's aktuelle Quartal abzuholen) und morgen steht der nächste Klinik-Besuch an.

Um 8.30 Uhr darf ich mir zwei Blutkonserven mit Thrombozyten abholen, um Blutungen vorzubeugen. Und um 12 Uhr schlägt das letzte Stündlein der Prinzessin. Bei einer ambulanten OP wird eure Hoheit Prinzessin Port auf der Erbse entfernt. Und wenn dieses Mal ausnahmsweise mal keine Komplikationen auftreten sollten, darf ich danach wieder nach Hause gehen. Die OP findet mit örtlicher Betäubung statt und nach einem äußerst unterhaltsamen Gespräch mit dem Narkose-Arzt wurde mir sogar eine Dormicum-Tablette zugesprochen. Bisher habe ich mit Dormicum nur im flüssigem Zustand Bekanntschaft gemacht, aber die Tablette soll auch ganz toll sein. Na dann können sich die Anwesenden schon mal auf meine Lebensgeschichte freuen, das wirkt bei mir nämlich wie Babbelwasser. Schade dass ich mich danach meist an nichts erinnern kann, muss wohl ziemlich lustig mit mir sein...

Nächste Woche habe ich jeden Tag irgendwelche Arzttermine... Und in 12 Tagen geht's schon wieder auf unbestimmte Zeit zurück in die Klinik zur Stammzelltransplantation. Irgendwie hätte ich gerne noch ein wenig mehr Zeit gehabt, es gibt doch so viel was ich gerne noch erledigen würde.

Wahrscheinlich werde ich morgen ein wenig behindert sein, die Port-Explantation soll zwar nicht so schlimm sein, aber ihr wisst ja, ich greife gerne tief ins Klo. Deshalb macht euch keine Sorgen wenn ich mich nicht sofort melde. Vielleicht gibt es auf Facebook ein Bild - auch für "Nicht-Facebooker" ohne Anmeldung zu sehen unter: https://www.facebook.com/antikoerperroulette/

Drückt mir alle Daumen, die ihr habt - ich habe echt kein Bock auf Nachblutungen oder so, sonst war das ein wirklich kurzer Aufenthalt Zuhause und ich hab ja noch viel vor!

Hi, ich bin Barbara, Jahrgang '89 und hatte im April 2014 im Alter von 24 Jahren die Diagnose Leukämie (ALL).

Nach einer langwierigen Chemotherapie über 2 1/2 Jahre bekam ich im September 2016 die Rückfall-Diagnose. Eigentlich hatte ich gedacht, ich wäre den Krebs los. Aber jetzt hat er sich wieder in meinen Blut breit gemacht. Ihm hats wohl besonders gut bei mir gefallen, was ich ja schon irgendwie verstehen kann... Aber ich hätte ihn echt nicht nochmal gebraucht.

Zunächst wurde ich mit einem neuen Antikörper-Wirkstoff (Blinatumomab) behandelt, der erst seit kurzem in Deutschland zugelassen ist. Deshalb findet man noch nicht so viele Erfahrungsberichte von anderen Patienten, was mich auf die Idee gebracht hat, diesen Blog zu gründen.

Leider hat sich unter der Blina-Therapie ein Tumor im Brustgewebe gebildet, es handelte sich dabei um ein Infiltrat der Leukämie (ja, auch Leukämie kann streuen!). Als nach 1 1/2 Blöcken Blinatumomab kein Rückgang des Tumors festgestellt wurde, mussten härtere Geschütze aufgefahren werden und
es folgten zwei weitere Zyklen Chemo. Der Tumor hat sich wieder aus dem Staub gemacht und so konnte ich krebsfrei in die Stammzelltransplantation gehen.

Im Februar 2017 habe ich von meinem Bruder eine Stammzellspende erhalten und kämpfe mich jetzt zurück ins Leben!

Mit meinem Blog möchte ich euch an meinem Roulette mit dem Krebs teilhaben lassen! Ich habe auch eine Facebook-Seite, wo ich immer mal wieder ein Lebenszeichen abgebe, die kann man auch öffnen wenn man nicht bei Facebook registriert ist. Dazu einfach unten das blaue F-Symbol anklicken.